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Dienstag, 3. November 2009

Herbst

Das bunte Laub macht Spaß, der Regen hingegen nervt.
In der Straßenbahn schaue ich aus dem Fenster, auf den Opa neben mir habe ich jetzt überhaupt keinen Bock.

An der Haltestelle steht ein kleiner Junge mit seiner Mutter und schießt die Fahrgäste in der Bahn mit seinem Regenschirm ab. Ich schneide Grimassen und er lacht, meine Laune verbessert sich mit einem Schlag.

Die Bahn fährt um die Ecke und hinter der Scheibe des Buchkinderladens steht ein Mädchen auf dem Tisch und liest ihren Eltern oder den Betreuern ihre Geschichte vor. Keine fünfzig Meter entfernt verbarrikadiert sich die NPD hinter einem Stahlzaun. Die Wichser.

Mit der Abschlussarbeit ist es ein Auf und Ab, es nervt. Wer hat sich den Quatsch überhaupt ausgedacht?

Montag, 5. Oktober 2009

Zuneigung

Höchstwahrscheinlich glaubt mir das ja keiner mehr: dass ich die Feierei zugunsten dieser klitzekleinen Sache, die sich da Abschlussarbeit nennt (das D-Wort muss vermieden werden!), einschränken will. Wie auch, wenn ich wieder das halbe Wochenende vergeude, nicht vor 6 früh zu Hause bin und am Montag wie der letzte Tod aussehe?
(Verglichen mit einigen anderen Verfeierten ist das natürlich nichts - zum Glück.)

Nun, bald ist die ganze Sache offiziell angemeldet und Mitte Januar ist Abgabe. Klappt schon. Zeit, sich weniger mit Parties, Musik, Büchern, Internet,... zu beschäftigen.

Dafür die vielleicht die aus nüchtern-rationalen Blickwinkel betrachtet vergeudete Zeit als Antrieb nehmen, als Batterie, die auch mal eine Weile halten muss, bevor sie wieder aufgeladen wird.
Verschwendete Zeit - wie am Freitag, wo mitten auf der Tanzfläche das Gefühl von Zuneigung mich erfasst, ausgelöst durch die beiden sich erst angrinsenden, dann küssenden Jungs, für die einige Augenblicke lang wohl alles um sie herum ausgeblendet, versunken schien.

Oder der junge Herr, den ich am Folgetag auf einer Party kennen lernte, ohne bei den wenigen Worten über das Thema Musik hinaus zu kommen, da ich am selbigen Abend aufgrund einer Verabredung mit Freunden leider weg musste und natürlich nicht seine Nummer oder sonstiges mir habe geben lassen, aber dessen Augen und Duft mir nicht aus dem Kopf gehen...

Solche Momente hallen dann Tage später noch nach, stimmen fröhlich, verscheuchen den anhaltenden Regen. Zusammen mit etwas leichtfüßiger Musik freue ich mich seltsamerweise auf den Herbst.

Sonntag, 27. September 2009

Mal wieder Sonntag

Während ich mittags Fischbrötchen essend mit der Straßenbahn nach Hause fahre, fällt mir das ungewöhnlich hohe Polizeiaufgebot auf.
Heute wird nicht nur gewählt - nein, es spielt auch LOK Leipzig, weswegen zwischen Hauptbahnhof und Stadion eine Menge der entsprechenden Fans unterwegs sind. Oftmals keine Leute, denen ich gerne nachts begegnen würde.

Wie zum Hohn sagen die Vereinsfarben Blau und Gelb einen Teil des Wahlergebnis voraus.
Seltsames Land, seltsame Leute.


Freitag, 25. September 2009

Berührung

Freitag abends sitze ich in einer Kneipe, trinke Bier und unterhalte mich mit B., drei Jahre älter, Ungar. Er erwähnt, dass er etwas erkältet ist und nun - eine Woche später - habe ich Schnupfen und ab und an Kopfschmerzen.

Gar nicht so einfach, sich ein Bild über einen Menschen zu machen, den man erst wenige Stunden kennt, aber so ist es auch interessanter. Zwiespältiger Eindruck: Er ist keine überwältigende Schönheit, aber auch nicht unattraktiv. Teilweise bewirkt er bemüht, als wolle er nichts verkehrt machen.
Während wir über übliche Themen reden, streut er hier und da Komplimente ein, etwas das ich überhaupt nicht gewohnt bin. Natürlich schmeichelhaft, ich lasse mich auch gerne rumkriegen.

Danach eine Runde durch das Viertel spazieren, zwischendurch Küsse und Händchen halten.
Möglicherweise ist er auf der Suche nach Streicheleinheiten (bin ich auch), jedenfalls will er nicht ficken (ich aber schon).
Deswegen liegt er eine halbe Stunde in meinem Zimmer, wir sind eng umschlungen, angezogen, streichelnd, küssend. Dabei das wunderbare Gefühl, neben jemanden einschlafen zu können, ohne Erklärungen, ohne Kopfzerbrechen, ohne Versprechungen, einfach einen Menschen spüren, riechen.

Seltsam ist, dass ich das seltsam finde.
Ich verstehe natürlich nicht, warum er keinen Sex möchte, akzeptiere und genieße es aber sehr.
Irgendwann ist es 2 Uhr nachts, er möchte nach Hause gehen, ich begleite ihn ein Stück und bin gegen 3 in einem Club, um das eben Erlebte mit Hilfe ganzer Berge von vor mir stehenden Boxen zu verarbeiten.

Und jetzt, eine Woche später, frage ich mich, was war das eigentlich? und weiß nicht, ob ich ihn jetzt anrufen soll.

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Das bunte Laub macht Spaß, der Regen hingegen...
kaput - 3. Nov, 19:09
herpst gutt.
herpst gutt.
500beine - 14. Okt, 14:43
Zuneigung
Höchstwahrscheinlich glaubt mir das ja keiner...
kaput - 5. Okt, 23:49
gnihihi, hab sogar zwei...
gnihihi, hab sogar zwei gegessen! ganz schön pervers,...
kaput - 29. Sep, 10:35

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Zuletzt aktualisiert: 3. Nov, 19:11

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